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   die "unbekannte" Großmutter das Annotationsbuch der Neffe Karl v. Beethoven der "Enkel" Louis van Hoven  



Die Herkunft von Maria Josepha Ball, der Großmutter väterlicherseits von Ludwig van Beethoven ist bis heute trotz jahrzehntelanger Suche noch immer unbekannt geblieben.
Was man über sie weiß habe ich nachfolgend zusammengestellt:

  1. 26.08.1733 Kölner Generalvikariatsprotokolle.

  2. "Augusto Mercurii 26. / Viso attestato D.Pastoris S.Remigii Bonnae dispensatum fuit in trinis proclamationibus matrimonialibus cum Ludovico van Beedhoven et Maria Josepha Ball Parochianis suis."
     
  3. 07.09.1733 Trauung in St.Remigius

  4. "7ma 7bris habita dispensatione copulati sunt D. Ludovicus van Beedhoven: et Maria Joseph Ball: coram testibus Dno Aegidio van den Et et Paulo Kiecheler:"
     
  5. 28.08.1734 Taufe in St.Remigius

  6. "28va Dnus Ludovicus van Beethoven / Maria Josepha Pall / Maria Bernardina Ludovica / Maria Bernardina Mengal / Michael van Beethoven hujus loco: Cornelius v. Beethoven"
     
  7. 25.04.1736 Taufe in St.Remigius

  8. "25ta Aprilis Dnus Ludovicus van Beethoven musicus / Maria Josepha Pall / Marcus Josephus / Admdm Rndus Dnus: Josephus Zudoli: Sacellanus Aulicus: Maria Catharina Hammans: d: Forlevesi"
     
  9. 12.11.1767 Trauung in St.Remigius

  10. "12ma 9bris Praevia Dispensatione super 3bus denuntiationibus copulavi D: Joannem van Beethoven, Dni Ludovici van Beethoven et Mariae Josephae Pall conjugum filium legitimum, et Mariam Magdalenam Keferich viduam Leym ex Ehrenbreitstein, Henrici Keferich et Annae Clarae Westorffs filiam legitimam coram testibus Josepho Clemente Belseroski, et Philippo Salomon"
     
  11. 30.09.1775 Sterbeeintrag in St.Remigius

  12. "30ma 7bris Maria Josepha Pals vidua van Beethoven"
     
  13. 03.10.1775 "Gnädigst privilegirtes Bönnisches Intelligenz-Blatt, Nr.14, S.112"

  14. "Hauptpfarrkirch ad S.Remigium.
    Gestorbene. Den 30. Maria Josepha Pals Witwe van Beethoven, alt 61.Jahr"

    Der Tod dieses Sohnes Marcus Josephus und die Taufe des Sohnes Johann ca 1740 sind in den Bonner Kirchenbüchern nicht zu finden! Die Kirchenbücher wurden gut geführt und es gibt keine Lücken!

    Soweit alle Quellen mit namentlicher Nennung der Großmutter.
    In allen Eintragungen heißt sie also "Ball" oder "Pall" aber nirgendwo "Poll"! Und das war für mich selbst eine Überraschung, als ich jetzt diese Quellen im Stadtarchiv Bonn überprüfte. Wieso hat man also jahrzehntelang "Poll-Familien" untersucht? Im rheinischen Dialekt wird zwar schnell ein a zum o aber nicht umgekehrt! Wenn sie über so viele Jahre das a im Namen behielt, dann ist das auch richtig. Man wird mir wohl zustimmen, wenn ich also behaupte: Die Großmutter hieß Maria Josepha Ball.

    Es folgen die Quellen, in denen über sie berichtet wird:

    Anfang 1774, Eingabe "An Ihro Churfürstl. Gnaden zu Cöllen"
    "Hochwürdigster Ertzbischof gnädigster Churfürst.....da aber durch ableben meines Vatters mich in sehr betrübten umstenden finde, da mein solarium sich weiters nicht erreicht als daß gezwungen bin das waß mein Vatter erspahret zuzusetzen, dieweilen annoch meine Mutter am leben, und sich in ein Kloster befindet, für Kostgeld alle jahr 60 Reith: und mir nicht rahtsam ist sie bey mir zu nehmen, derowegen wollte Ihro Churfürstl. Gnaden fußfälligst gebetten haben, mir von denen erledigten 400 Reisth: zu meinem Gehalt daß ich leben könnte ohne daß wenig erspartes zu verzehren zuzusetzen und meiner Mutter denen wenig jahre so sie zu leben mit dem gnaden gehalt zu begnädien..... unterdähnigster Knecht und Musicus Jean van Beethoven

    Antwort vom 8.Jan.1774
    "Ihro Churfl: Gnd: Verwillig ggst in betracht vieler vom verstorbenen zeithleben geleisteten treuen Diensten, daß dessen hinterlasener Ehefrau, so lang selbige in dem Closter, wo ihrer jetzige aufenthalt ist, verbleiben wird, von nun an jährlich zu ihren unterhalt sechszig reichsth. In quartalien eingetheilt....."
    Randbemerkung: "soll mit ihrem gehalt in dem Kloster verbleiben"

    Gottfried Fischer schreibt in seinen "Aufzeichnungen" über die Großmutter:
    "Statur des Hof Kapellmeisters. ........ ein Herz guter Mann, seine Ehegemahlin eine stille gute Frau, die aber dem Trunck so stark ergeben war, womit er so viel heimliche Leiden ertragen hat, das er nachher zuletz auf den Gedanken gekommen war, das er Sie nach Köln in Pangtion (Pension) gethan und auch da starb. Ihr Namen und Herkommen möge wohl unsrere Aeltere bewußt, aber wer hat ehmal getacht, wegen antfort zu fragen, deßwegen uns unbekannt geblieben."

    Auf der ersten Seite schreibt er jedoch:
    "Zur zeit Churfürst Clemens August 1724ziege Jahren wohnte in oben besagte Hauß der Hof Kapellemeister und guter Sänger Mariga Joseph Balluinesius Lutwikus van Beethoven mit seiner Ehgemahlinn."

    Der Großvater hieß aber nur Ludwig, die anderen Namen dagegen passen genau auf seine Frau! Wußte Fischer also doch mehr? Soll das ein versteckter Hinweis sein? Was bedeutet die Wortschöpfung "Balluinesius"?
     

    Quellen:
    Kölner Generalvikariatsprotokolle, Archiv des Erzbistums Köln
    Kirchenbücher der Pfarrei St.Remigius Bonn, Stadtarchiv Bonn und Personenstandsarchiv Brühl
    "Bönnisches Intelligenz -Blatt",  Stadtarchiv Bonn und Universitätsbibliothek Bonn
    A.W. Thayer: Beethoven-Biographie Band 1
    Prof. Joseph Schmid-Görg: "Des Bonner Bäckermeisters Gottfried Fischer Aufzeichnungen über Beethovens Jugend."